Kiel als Kriegshafen

Germania-Werft auf dem OstuferMit der Verlegung der preußischen Flottenstation von Danzig nach Kiel (1865) hatte an der Förde eine neue Epoche begonnen. 1867 wurde Kiel Kriegshafen des Norddeutschen Bundes und 1871 Reichskriegshafen. Nunmehr bestimmte die Marine die Entwicklung Kiels. Stadtführung und Wirtschaft richteten sich auf die Bedürfnisse der Seestreitkräfte ein, wodurch die Schiffsbauindustrie einen großartigen Aufschwung erhielt und die Stadt bei jedem neuen Kriegsschiff neue Bewohner erhielt.

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Werft HDW

Geschichte

Luftbild von HDW KielAls "Maschinenbau-Anstalt und Eisengießerei" gründeten Johann Schweffel und August Ferdinand Howaldt ihr Unternehmen "Schweffel & Howaldt" 1838 in Kiel. Die junge Firma baute Dampfmaschinen und Kessel für Schiffe, stellte Öfen und Kochgeschirr her und versorgte die Landwirtschaft mit Geräten aus Guß- und Schmiedeeisen.

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Brandtaucher

Modell vom Brandtaucher
Konstruktionszeichnung

Der Einfall für die Konstruktion des "Brandtauchers" war Wilhelm Bauer in der Schlacht bei Düppel 1849 gekommen. Er stellte sich einen "Tauchapparat" vor, der sich einem Seehund gleich geräuschlos unter Wasser bewegt und so militärische Zwecke erfüllen konnte. Doch überstand das erste Deutsche U-Boot 1851 seine zweite Probefahrt nicht. Der von Schweffel und Howaldt erbaute "eiserne Seehund" versank und konnte erst 36 Jahre später geborgen werden.

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Werft Lindenau

Hauptstraße durch Friedrichsort mit Fahrt auf Lindenau zu.
Eingangstor zur Lindenau Werft.

Wenn es um Schiffbau geht muss neben HDW immer die Lindenau GmbH genannt werden, die nach dem zweiten Weltkrieg ihren Sitz in Kiel-Friedrichsort hat.

1919 wurde das Unternehmen vom Schiffskonstrukteur und Ingenieur Paul Lindenau in Me-mel gegründet. Zunächst beschäftigte man sich nur mit Schiffsreparaturen, doch schon drei Jahre später wurde mit Neubauten begonnen. 1955 wurde die Unternehmung unter neuer Leitung zu einem leistungsfähigen und modernen mittelständischem Betrieb aufgebaut. Seit 1987 wird das Unternehmen, mit idealer Nähe zur Kieler Förde und des Nord-Ostsee-Kanals, durch die Gesellschafter Dirk Lindenau und Günter Steen erfolgreich weitergeführt und der Marktsituation entsprechend konsequent zu einer der modernsten und produktivsten Werften im mittelständischem Bereich in Deutschland umgebaut.

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Schiffbau nach dem Krieg

Bau der Portalkräne bei HDWNach dem Zweiten Weltkrieg sollte Kiel nach dem erklärten Willen der alliierten Siegermächte nie wieder Kriegshafen werden, was auch dem Wunsch der Bevölkerung nachkam. Im Krieg wurden alle Werftanlagen Kiels durch die Bombenangriffe der Alliierten vollständig zerstört. Zudem wurde Deutschland im Schiffbau sanktioniert. Lediglich die Howaldtswerke hatte die Genehmigung erhalten weiterarbeiten zu dürfen. Zunächst durften nur Reparaturen an ausländischen Schiffen gemacht werden. Ab 1950 konnte der Schiffbau in Kiel wieder wachsen. Zu den Aufträgen gehörten Walfänger, Fabriktrawler, Massengutfrachter und Großtanker.

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