Rathaus

Joomla Plugin

RathausGegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde klar, dass das alte Rathaus am Markt nicht mehr ausreichen würde. Daraufhin wurde der Bereich zwischen Fleethörn, Holstenbrücke und Kleinen Kiel aus neue Fläche ausgewählt, die dann zukünftig als neue Zentralfunktion für Kiel werden sollte. Dementsprechend wurdes dieses Gebiet dann auch Neumarkt genannt. Um ihn herum gruppierten sich der Neubau des Theaters und das neue Rathaus. Vor der Bebauung war dieser Platz ein Park, dem ein Gymnasium angeschlossen war.

 

Das neue Rathaus

Das Rathausprojekt wurde 1907 nach dem Entwurf von Prof. Billing (Karlsruhe) in Angriff genommen. Vier Millionen Goldmark hat das Rathaus gekostet - doppelt so viel, wie ursprünglich veranschlagt. Das kann daraus resultieren, da das Parkgelände moorhaltig war und für den Bau extra hergerichtet werden musste. Das gab Anlass für Unruhen in der Bevölkerung, da diese Mehrausgaben durch zusätzliche Steuern wieder ausgeglichen werden sollte. Neben heftigen Protesten trug die ganze Sache dann aber noch ihre humorvolle Seite. Der Volksmund dichtete dem Glockenspiel im Rathausturm damals den heute immer noch populären Spruch an: Kiel hat kein Geld, das weiß die Welt. Ob's noch was kriegt, das weiß man nicht. Die Rathausuhr, die eine Kieler Uhrmacherfirma lieferte, hat das selbe Glockenspiel wie der Big-Ben in London - nur eine Oktave niedriger. Ebenfalls soll das Äußere des Rathausturmes in Anlehnung des berühmten Markus-Turms in Venedig erbaut sein. Am 12.11.1911 wurde das neue Rathaus vom deutschen Kaiser Wilhelm II. eingeweiht.

Rathaus mit Opernhaus - vorne kleiner KielTheater

Für knapp über 1,3 Mio. Mark wurde nach Vorlage des Architekten Seeling dieses große Projekt 1902 aufgenommen. Der Bau des neuen Theaters am Neumarkt. Die bisherigen Schauspielhäuser, die sich bis dahin alle in privater Hand befanden, erfüllten nicht mehr den neuzeitlichen Anforderungen der Bevölkerung. Am 01.10.1907 wurde schließlich das neue Theater mit Beethovens "Fidelio" eröffnet.

Schwert-trägerSchwertträger

Der am 19. Oktober 1912 eingeweihte Schwertträgerbrunnen schmückte die Mitte des Rathausplatzes bis zu seiner Zerstörung am 19. Mai 1944. Der vom Bildhauer Adolf Brütt gefertigte bronzene "Schwertträger" stand nach dem zweiten Weltkrieg lange Jahre "versteckt" an der Seite des sandsteinernen Rathausmitteltraktes. Erst seit 1972, als der Rathausplatz für die anstehende Olympiade wieder neu hergerichtet wurde, steht er wieder auf dem Rathausplatz, wenngleich auch an der Ostseite.

Flohmarkt

Flohmarkt auf dem Rathausplatz1977 wurde der städtische Flohmarkt ins Leben gerufen, den seither das Kulturamt (ab 2000 das Ordnungsamt) jährlich, jeden ersten Sonntag im Monat, zwischen April und September, veranstaltet. In über 20 Jahren hat dieser Markt gewaltig an Popularität gewonnen, der weit über die regionalen Grenzen hinausgeht und bis heute andere Märkte in vielerlei Hinsicht in den Schatten stellt. Im Gegensatz zu vielen anderen Flohmärkten in Kiel und Umgebung, konnte der städtische Flohmarkt sein Flair als echter Trödelmarkt bewahren, da hier z.B. nur gebrauchte Waren verkauft werden dürfen. Auf anderen Märkten bestimmen die Händler das Bild der Anbieter und nicht die privaten Leute, die ihren Kitsch, Trödel und sonstige Waren loswerden wollen. Es gibt natürlich auch Händler, die auf dem städtische Flohmarkt verkaufen, doch auch für sie gilt: keine Neuwaren. Das Gros der Anbieter besteht aber aus den privaten Leuten, die ihre Boden- und Kellerkammern, Schränke und Sonstiges aussortiert haben und diese Sachen jetzt für ein paar Mark an die Frau oder an den Mann bringen wollen. Handeln hat hier noch einen großen Stellenwert, auch wenn mache es gerne übertreiben. Das dürfte ein Grund sein, warum Anbieter und Käufer aus Dänemark, Hannover, Berlin oder weiter herkommen. Auch wenn der städtische Flohmarkt auf den ersten Blick ungeordnet und chaoshaft wirkt, so hat alles seine Ordnung, die in der Flohmarktsatzung festgelegt und durch die anwesende Aufsicht durchgeführt wird. Schon am Vorabend wird das komplette Areal des Flohmarktes mit Kreide in viele Sektionen eingeteilt, die Freifläche und Standfläche markieren. Das Erleichtert das Aufbauen der Stände der Anbieter am frühen Morgen, denn ein Flohmarkttag beginnt schon dann, wenn die Ersten vom Wochenendtrip nach Hause wollen.

Powered by Bullraider.com