Klar, farb- und geruchlos, zehn bis zwölf Grad kühl, guter Geschmack und bakteriologisch einwandfrei – so ist das Kieler Wasser. Und das ist kein Zufall. Grund sind die örtlichen Gegebenheiten der Bodenschichten im Untergrund. Das Wasser wird aus Tiefen bis zu 200 Metern gefördert. Gewaltige Ton- und Mergelschichten sind über die wasserführenden Bodenschichten gelagert und schützen somit das wertvolle Element nach oben hin vor Verunreinigungen.
Das von den Kielern genutzte Wasser ist mehrere tausend Jahre alt. Im Stadtgebiet verteilt liegen 39 Tiefbrunnen, die die Förderung übernehmen. Das hochgepumpte Rohwasser wird dann zu den vier Wasserwerken transportiert. In Schulensee, Schwentinetal, Wik oder Pries wird es zum Trinkwasser aufbereitet. Es wird u.a. belüftet, mit Sauerstoff versehen und von unerwünschten Nebenstoffen befreit. Anschließend wird es in einer 2,5 cm dicken Schicht aus Quarzkies gefiltert. Durch diese natürlichen physikalischen und biologischen Vorgänge bekommt das Wasser seinen hohen Reinheitsgrad und hat allerbeste Trinkqualität.
Das erste Wasserwerk der Stadt Kiel mit maschineller Wasserförderung entstand 1879/1880. Es lag damals außerhalb der Stadt in dem erst 1910 eingemeindeten Gaarden-Süd an der Alten Lübecker Chaussee und blieb bis 1896 in Betrieb. Vorher wurde das Wasser aus dem Schreventeich – ohne Pumpen – durch die Rohrleitungen in die Stadt geleitet. Auch heute kommt es bei Bauarbeiten noch vor, dass uralte Wasserleitungen (aus Holz) aus den damaligen Anfängen der Wasserversorgung zu Tage kommen. Die älteste Wasserversorgungseinrichtung im unmittelbaren Stadtbereich ist der 1896/1897 erbaute Wasserturm am Ravensberg. Es ist Kiels größter Kuppelbau. Dieses besonders markante Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Es besteht aus zwei Wasserbehältern, wobei der obere 1990 und der untere Behälter 1998 außer Betrieb genommen wurde. Heute steht das Gebäude komplett leer und es wird nach neuen Nutzungskonzepten gesucht. Eine Besichtigung vom Inneren ist leider nicht möglich.

