Für die wichtigsten Altstadtstraßen Kiels sind eigene Namen seit ca. 1300 in Renten-, Stadt-, Erbe- und Barbüchern belegt. Diese Bücher sind noch heute im Kieler Stadtarchiv zu finden. In ihnen wurden z.B. alle vor dem Kieler Rat verhandelten Geschäfte, insbesondere Grundstücksveräußerungen, niedergeschrieben und festgehalten.
Die ersten schriftlichen fixierten Straßennamen Kiels begegnen der mittelalterlichen Urkundensprache entsprechend in lateinischer Form (ca. 1300 - 1472, z.B. platea Piscatorum, platea Flemmigorum). Daneben setzen sich in den Quellen ab 1472 mittelniederdeutsche Namensformen durch (Kehdingstrate, Flemeschenstraten).
Die Existenz der ältesten Kieler Straßennamen ist aber schon vor ihrer schriftlichen Fixierung anzunehmen. Da es keine amtliche Festsetzung der Straßennamen gab, lässt sich ihr genaues Alter aber nicht exakt bestimmen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass nur auf schriftlich überlieferte Straßennamen und nicht auf deren volkssprachliche Version zurückgegriffen werden kann.
Von den unter dem Punkt "Straßennamen bis 1853" enthaltenen 35 Straßennamen lassen sich 29 unter Oberbegriffen zu Namengruppen zusammenfassen, doch kann wohl kaum davon ausgegangen werden, dass bei der Bildung dieser Namen von einem "steuerlichen Motiv" auszugehen ist.
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A
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Berufs- und Handwerksbezeichnungen | |
| Bäckergang, Bierträgergang, Fischerstraße, Küterstraße, Pfaffenstraße, Schuhmacherstraße, Walkerdamm | ||
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B
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Ansiedler | |
| Dänische Straße, Flämische Straße, Holstenstraße, Kettenstraße/Kehdingstraße | ||
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C
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Ehemalige Befestigungsanlagen, Begrenzungen | |
| Am Wall, Kattenstraße, Klinke, Schülperbaum, Hinter der Mauer, Vorstadt | ||
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D
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Flurnamen | |
| Großer Kuhberg/Kleiner Kuhberg, Kuhfeld, Prüne | ||
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E
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Richtungsbezeichnungen | |
| Burgstraße, Schloßstraße | ||
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F
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Fließende Gewässer | |
| Fleethörn, Hinter dem Mühlbach | ||
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G
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Straßencharakter - Bebauungscharakter | |
| Alte Reihe, Lange Reihe, Neue Reihe, Neue Straße | ||
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H
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Pflanzen | |
| Sophienblatt | ||
Nicht zuordnen lassen sich die Faulstraße, der Postgang, die Rosenstraße, der Königsweg und die Haßstraße.
Berufsnamen (Handswerksgewerbe) treten in der Alt- und Vorstadt am häufigsten auf. An die Siedlungs- und Volkstumsgeschichte erinnern die Holstenstraße, Kehdenstraße, Dänische Straße und die Flämische Straße.
Im Gegensatz zu Lübeck ist es auffallend, dass Benennungen nach Heiligen, Personen und Kichen fast überhaupt nicht vorkommen. Es gab in Kiel nur die Pfaffenstraße, in der die Geistlichen der Nikoleikirche wohnten.
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Diese Straße ist um 1700 entstanden. "Reihe" bezeichnete ursprünglich die nur einseitig bebaute Straße. Der jetzige Name "Alte Reihe" drang im 18. Jahrhundert durch, als eine Parallelstraße (siehe Neue Reihe) angelegt wurde. |
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Am Wall |
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Hierbei handelte es sich um einen Weg auf dem Stadtwall vor der Mauer am Hafen. Nachdem Bäume angepflanzt wurden, erhielt die Anlage den Namen Lindengang, später Lindenstraße. Die Fortsetzung davon wurde 1856 gepflastert, zu den Kosten trugen Kieler Damen durch freiwillige Sammlungen bei, und man nannte diese Straße nun Damenstraße. Diese Gegend wurde durch Prostitution anrüchig, und man verstand das Wort "Damenstraße" falsch. Deshalb wurde die Straße 1904 wieder in Am Wall umbenannt. |
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Bäckergang |
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"Gang" = schmale Gasse, die nur den Fußgängern diente. Der Name ist seit 1793 belegt, um 1830 war es noch lediglich ein Gartenweg. Diese Straße ist nach ihren Anwohnern benannt. |
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Bierträgergang |
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Auch diese Straße ist nach ihren Anwohnern benannt und tritt zur gleichen Zeit wie der Bäckergang auf. |
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Burgstraße/Schloßstraße |
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Platea castris (1314) In älterer Zeit hieß die Straße auch platea burgensis, später platea fabrorum, Schmiedstraße, dann wieder Borchstrate. Zuerst benannte man sie also nach ihren Bewohnern, den zum Schlosse gehörigen Burgmannen, sie wurde danach eine Gewerbestraße und bezeichnet jetzt nur noch die Richtung, in die sie führt. |
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Dänische Straße |
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Platea Danorum o. Danica (1305) Hier gibt es zwei Möglichkeiten der Deutung. Entweder ist es wie bei der Kehdingerstraße, dann wäre also die Dänische Straße hauptsächlich von Dänen bevölkert gewesen, oder es wäre (wie etwa bei der Hamburger Chaussee oder der Rendsburger Landstraße) die Straße, die in Richtung Dänemark führt. Früher gab es an der Stadtgrenze auch ein "Dänisches Tor", eine Richtungsbezeichnung nach Dänemark. Das nördlich angrenzende Herzogtum Schleswig war dänisch. |
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Faulstraße |
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Platea inmuda (1302) Vul = stinkend, daher platea inmuda, die faule Straße, nach den "Gerüchen", die Abwässer und der Unrat aus den Häusern schufen, in einer Zeit, die von Straßenreinigung noch nichts wusste. Dieser Name ist bereits 1302 im Rentenbuch belegt. |
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Fischerstraße |
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Vischerstrate (1475) Diese Straße hieß ursprünglich Ritterstraße, doch begegnet schon 1436 daneben der Name Fischerstraße nach dem Gewerbe der meisten Bewohner. Beide Namen waren bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts im Gebrauch. Es gab dort früher auch ein "Fischer Tor" zum Hafen. |
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Flämische Straße |
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Platea Flemmigorum (1305) Sie heisst wie Kehden- und Dänische Straße nach den Ansiedlern, den Vlamen. Sie gehörten zu den ersten Kieler Ansiedlern. |
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Fleethörn |
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Dieser Name ist seit 1730 zu belegen ("Ecke am Fleet", d.h. Mühlenbach). Fleet = Entwässerungsgraben, fließendes Wasser, das mit dem Meer in Verbindung steht. Hörn = Ecke, Winkel. |
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Großer Kuhberg/Kleiner Kuhberg |
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Im Jahre 1572 begann man mit der Bebauung dieser damals außerhalb gelegenen Flur, deren Name (1400 Zum Kuhfelde) sich von selbst erklärt. Schon im 17. Jahrhundert unterscheidet man den Großen und den Kleinen Kuhberg. |
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Haßstraße |
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Platea cervorum (1301) Der Name ist aus Hartstraße = Hirschstraße entstanden, so benannt, weil dort angeblich ein Wildgehege lag (harte = Hirsch). Es könnte durchaus möglich sein, dass die Grafen von Holstein auf ihrem Grund und Boden hinter dem Kloster einen Hirschpark gehabt haben, um jederzeit eines guten Bratens habhaft zu werden. Eine andere Erklärung lässt sich nicht finden. Es gab z.B. in Frankfurt am Main früher einen Hirschgraben, der den gleichen Zweck hatte. Der Name Haßstraße würde dann also die Richtung andeuten, die Straße, die zu den Hirschen hinführt. |
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Hinter dem Mühlbach |
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Diese Straße hatte ihren Namen nach dem Bach, an dem die städtische Malzmühle lag. Es gab auch die Bezeichnung "bei den Mühlen". Es handelte sich dabei um den unteren Teil des Winterbeker Laufs, der früher ein offener Flußlauf war. |
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Hinter der Mauer |
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Der Name erklärt sich von selbst. Im Jahre 1572 begann die Bebauung längs der Stadtmauer am Holstentor. Die Teilstrecken benannte man nach den begrenzenden Toren. |
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Holstenstraße |
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Der Straßenname gründet im alten Insassennamen Holsaten/-seten Holsten (bei den Holz-, d.h. Waldbewohnern). |
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Kattenstraße |
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Diese Straße hatte ihren Namen nach dem Bach, an dem die städtische Malzmühle lag. Es gab auch die Bezeichnung "bei den Mühlen". Es handelte sich dabei um den unteren Teil des Winterbeker Laufs, der früher ein offener Flußlauf war. |
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Kettenstraße/Kehdingstraße |
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Im 17. Jahrhundert falsch verhochdeutscht zu Kettenstraße, weil n.d. Kede hochdeutsch Kette entspricht. Die Straße hieß vorher Kedinckstraße (1442). Sie ist wahrscheinlich nach einigen sich dort niederlassenden Ansiedlern aus dem Lande Kehdingen an der Elbe benannt. Erst am Ende des 19. Jahrhundert wurde die Form Kehdenstraße wieder hergestellt, nicht aber die "richtige" Form Kehdinger Straße. Sie gehört zu den ältesten Straßen Kiels. |
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Klinke |
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War vor 1842 die "holten klink", nach einer Holzpforte benannt. Die "Klinke" ist ursprünglich ein hölzerner Schlagbaum gewesen, der die Stadt gegen den Königsweg abschloß. |
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Königsweg |
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Bereits 1426 wurde diese Straße als via regia der dänischen Könige benannt, d.h. als Teilstück der Verbindung von Jütland nach Altona. Als Straßenzug des Stadtgebietes ist der Königsweg erst 1848 vermerkt. |
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Küterstraße |
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Platea fartorum (1301) Straße der Schlachter (nd. Küter), vielleicht nach dem herrschenden Gewerbe der Bewohner, vielleicht aber auch weil hier das Schlachthaus (Kuterhaus) gelegen war. |
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Kuhfeld |
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Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um eine Nachtkoppel für die Kühe der Kieler Bürger. |
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Lange Reihe |
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1596 hieß diese Straße "aver der scheven brügge". Im 17. Jahrhundert entstand der jetzige Name. Da nur eine Straßeseite in ihrer Länge bebaut werden konnte, wurde die Straße Lange Reihe genannt. |
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Neue Reihe |
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Diese Straße ist erst im 18. Jahrhundert entstanden. Es ist die Bezeichnung für eine neue, einseitig bebaute Straße. |
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Neue Straße |
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Auch hierbei handelt es sich um eine im 18. Jahrhundert neu entstandenen Straßenzug. |
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Pfaffenstraße/Eggerstedtstraße |
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Pfaffenstraße; jetzt Eggerstedtstraße Platea chericorum (1304) In dieser Straße lagen die Häuser der Geistlichkeit der Nikoleikirche. Das Wort nd. pape = Pfaffe war im Mittelalter noch ohne wertmindernden Nebensinn. |
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Postgang |
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Unter post ist hier der Pfosten eines Brunnens zu verstehen. Es handelte sich um einen schmalen Weg ohne Durchgangsverkehr. |
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Pruene |
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Der Name ist seit 1793 belegt. Er ist mit dem "Prünen" der Schweine in Zusammenhang zu bringen. "Prünen" bezieht sich wahrscheinlich auf den Gebrauch, den Schweinen einen Ring durch die Nase zu ziehen, damit sie nicht wühlen, das sog. swineringen. |
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Rosenstraße/Markt |
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Rosenstraße; heute Markt Rosenstrate (1557) Der Name war ursprünglich ironisch gemeint. In den Kolonaden des Alten Rathauses, das damals unten offen war, hatten die Metzger ihre Verkaufsstände. Die Abfälle wurden einfach auf die Straße geworfen. Der eigentliche Name war "achter den Vleschboden" oder "gegen den Vlesschrangen". |
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Schülperbaum |
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"Schülp" bezeichnet ursprünglich das Dorf Sculleby bei Nortorf. Sculleby = versteckte Biegung oder Krümmung. Baum bezeichnet den Schlagbaum am Eingang des Königsweges, der 1832 aufgehoben wurde. |
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Schuhmacherstraße |
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Platea sutorum (1304) Die Schuhmacherstraße war ursprünglich eine ausgesprochene Gewerbestraße, die Schuster waren hier ansässig. |
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Sophienblatt |
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Hochdeutsche Verdrehung des lateinischen Wortes Salvia, Salbeie, der Bezeichnung für eine bestimmte Hopfenart, die in Gartenbreiten (Blade = Blatt) gezogen wurde. 1425 heißt es "in deme salvygenblade" |
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Vorstadt |
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ca. 1575 Name der jetzigen Holstenstraße zwischen Klinke und Holstentor. Der Name wurde bis 1901 beibehalten. |
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Walkerdamm |
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Seit 1604 im Kieler Rentenbuch belegt. Diese Straße erhielt ihren Namen nach den hier wohnenden Walkern (Lohgerben), die hier zusammen wohnten, weil sie zum Walken der Felle fließendes Wasser brauchten. Dies erhielten sie aus dem früheren "Prüner Lauf". |
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Frei ist die See. Nun ja, so richtig frei auch wieder nicht. Da gibt es Schifffahrtszwangswege, Sperrgebiete, Untiefen, Ansteuerungspunkte, Fahrwasservorschriften, Wrackstellen und dergleichen mehr.
>Im küstennahen Bereich, zum Beispiel in der Förde und der Kieler Bucht, sind zu diesem Zweck „See-Straßenschilder“ aufgestellt. Die heißen „Tonnen“, und es sind auch solche. Je nach Zweck und Bedeutung sehen sie verschieden aus und haben unterschiedliche Bezeichnungen. Seefahrende Mitbürger vom Fährschiffkapitän bis zum Segelbootführer müssen sich damit auskenne. Für die übrige Menschheit sind solche Tonnen markante, schöne Farbtupfer. So eine Art bunte Fördewasserdekoration. Tonnen im Einsatz verhalten sich eisbergartig.
Der größere Teil ist unter Wasser. Auf dem Tonnenhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Holtenau sind Tonnen an Land – in ihrer vollständigen Größe – zu betrachten. Dass vor dem Eingangstor das hierzulande übliche „Für-Unbfugte-Betreten-nicht-gestattet-Schild“ steht, macht keine Probleme. Durch das Gittertor lässt sich problemlos durchblicken und fotografieren.
Quelle: „Reisebilder: Kiel und Umgebung“
Hatte sich die Benennung der Straßen und Plätze vorher von allein gelöst, so wurde es ca. 1788 für erforderlich gehalten, die Namengebung amtlich zu leiten, da die Straßen und Plätze in immer größerer Zahl entstanden. Man kam auf den an sich guten Gedanken, durch Benennung einer Straße nach dem Namen einer Persönlichkeit dieser sozusagen eine Denkmal zu setzen und ihr Andenken für die Zukunft zu erhalten. So geht die Benennung der Straßen zum einen auf Persönlichkeiten zurück, die in Bezug auf die geschichtliche und kulturelle Entwicklung in Kiel eine bedeutende und wichtige Rolle gespielt haben und somit der Stadt eng verbunden sind. Daneben gibt es aber auch zahlreiche Straßen, die nach Persönlichkeiten benannt wurden, die keine direkte Beziehung zu Kiel aufweisen. Man ehrte berühmte Persönlichkeiten wie Politiker, Mediziner, Heerführer und Wohltäter oder traf die Wahl nach herausragenden geschichtlichen Ereignissen.
Diese verschiedenen Namengruppen wurden dann auf Straßenschilder übertragen. Aber es erscheint fraglich, ob die heutige Bevölkerung die Straßennamen richtig zu deuten versteht, da selbst Anwohner einer bestimmten Straße meistens eine Antwort schuldig bleiben, wenn sie nach der Bedeutung ?ihres? Straßennamens befragt werden. Deshalb ist heutzutage dazu übergegangen worden, auf den Straßenschildern die Bedeutung der Namen durch eine paar Stichworte zu erklären und zu charakterisieren.
Heutzutage ist die Vergabe von Straßennamen behördlich geregelt und ein Verwaltungsakt:
- Die Notwendigkeit zur Namensgebung wird durch das Stadtvermessungsamt festge-stellt.
- Bestimmte Namen werden vom Bauverwaltungsamt vorgeschlagen. Es hört die Mei-nung der Ortsbeiräte an und nimmt Vorschläge der Bürger entgegen. Nach Abschluss wird eine Beschlussvorlage an die Ratsversammlung gerichtet.
- Die Ratsversammlung bestätigt dann die Vorlage und gibt sie an das Bauverwaltungs-amt zurück.
- Das Bauverwaltungsamt unterrichtet die betroffenen Dienststellen, Post, Polizei, Feu-erwehr usw. über die neubenannten Straßen.
- Das Tiefbauamt führt das Aufstellen der neuen Straßenschilder durch.
Vor ca. 1850 gab es noch keine Hausnummern und Straßenschilder, sondern die Häuser trugen Hausmarken und Wappen. Es kommen aber auch schon Personennamen in Straßennamen vor, meist von Besitzern an der Straße liegender Baulichkeiten oder Parzellen. Das genügte zur Übersicht. Erst im Jahre 1857 wurde eine straßenweise Durchnummerierung der Häuser vorgenommen.

