Geschichte der Zeitungen in Kiel

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Ebenfalls ein spannendes Kapitel in Kiel ist die Geschichte der Zeitungen. Eine Aufzeichnung, die 1768 begann, wird hier in einem Zeitstrahl dargestellt.

 

1768: Commentarii Kieloniensis

Die „Commentarii Kieloniensis“ kamen zweimal wöchtentlich in lateinischer Sprache heraus. Sie enthielten „Staats- und gelehrte Nachrichten“ hauptsächlich aus dem Bereich der Universität. Aber schon nach 20 „libelli“ gingen dem Herausgeber die Nachrichten aus.


1776: Kielische gemeinnützige Nachrichten

Die Zeitung „Kielische gemeinnützige Nachrichten“ war das erste Lokalblatt an der Kieler Förde. In der Ankündigung hieß es: „Für eine Stadt wie Kiel mit ihren Zu-sammenkünften und Geschäften, einer seit 120 Jahren bestehenden berühmten U-niversität, ihrem Ansehen als Handelsstadt mit einem auch für größere Schiffe ge-eigneten Hafen sind gemeinnützige Nachrichten unentbehrlich.“ In der Zeitung soll-ten außerdem angezeigt werden „zu verkaufende oder zu kaufende Waren“, Sa-chen, die zu vermieten sind oder zur Miete gesucht werden, sowie verlorene oder gestohlene und gefundene Sache, von welcher Art sie auch immer sind“. Die Aufla-ge erreichte 150 Exemplare.


1793: Wochenblatt zum Besten der Armen

1793 wurde die Zeitung an die „Gesellschaft Freiwilliger Armenfreunde“ verkauft, da wegen schlechter Postverbindungen und des Fehlens eigener Korrespondenten kaum politische Nachrichten zu erfahren waren. 1794 ging das Lokalblatt in dem „Wochenblatt zum Besten der Armen“ auf.


1794: Wochenblatt zum Besten der Armen

Das „Wochenblatt zum Besten der Armen“ wurde von der „Gesellschaft Freiwilliger Armenfreunde“ nur in der Absicht herausgegeben, die Geschichte der Gesellschaft für die Nachwelt niederzulegen. Später griff man ergänzend zu Gedichten, Leserzu-schriften, Mitteilungen aus Kirchenbüchern, aber auch zu Anzeigen, weil beispiels-weise ei „vergoldetes Armschloss“ gefunden wurde. 1841 wurde der Titel in „Kieler Wochenblatt“ geändert.

Später folgte eine Vereinigung mit dem „Correspondenzblatt“ zum „Kieler Cor-respondenzblatt“.


1843: Kieler Correspondenzblatt

Mit der ersten Ausgabe des Kieler Correspondenzblattes erschien eine Zeitung mit ausgesprochen politischem Charakter in einer Auflage von 600 Exemplaren.

Eingriffe staatlicher Zensur machten die Redaktion, die vaterländische Ideen in Schleswig-Holstein vertrat, durch leere Spalten erkennbar.


1848: Schleswig-Holsteinisches Wochenblatt

Das „Schleswig-Holsteinische Wochenblatt“ kam zweimal wöchentlich heraus und wurde in der Kieler Schulbuchdruckerei hergestellt. Das Blatt, meist politischer Natur und von hohem Niveau, stellte sein Erscheinen bereits 1850 mit dem Tode des Her-ausgebers ein.


1864: Schleswig-Holsteinische Blätter

Die Herausgabe der „Schleswig-Holsteinischen Blätter“ – sie waren Organ der libe-ralen Partei – hing eng mit dem Kampf um das Schicksal Schleswig-Holsteins zu-sammen, der 1864 durch den Krieg Preußens und Österreichs gegen Dänemark in ein entscheidendes Stadium getreten war. Die Blätter gab es schließlich nur ein hal-bes Jahr.


1864: Kieler Zeitung

Die „Kieler Zeitung“ war ein überwiegend politisches Blatt mit einer ausgeprägten eigenen Meinung. Deshalb wurde diese Zeitung mehrmals verboten und ihr die Li-zenz entzogen. Es dauerte of Monate, bis die Konzession zum Druck wieder erteilt wurde. Das angesehene und bedeutende Organ des Landes hat die Geschichte Schleswig-Holsteins am Ende des vergangenen Jahrhunderts mitgestaltet. 1936 verabschiedete sich die „Kieler Zeitung“ im 73. Jahrgang von ihren Lesern.

Der Titel „Kieler Zeitung“ tauchte aber noch einmal im Jahre 1942 auf. Es war der Name der parteiamtlichen nationalsozialistischen Gauzeitung. Diese „Kieler Zeitung“ war Nachfolger der beiden Zeitungen „Kieler Neueste Nachrichten“ und „Nordische Rundschau“, die kriegsbedingt eingestellt werden mussten. Die Parteizeitung er-schien bis zum Zusammenbruch 1945.


Im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts wurde Kiel, die Hauptstadt der preußischen Pro-vinz Schleswig-Holstein, zur „Medienmetropole“.

1874: Kieler Tageblatt

20 Jahre lang wurde allabendlich in der Faulstraße das „Kieler Tageblatt“ mit dem Untertitel „Anzeiger für Gaarden und Ellerbek“ gedruckt.


1887: Nord-Ostsee-Zeitung

Auch die „Nord-Ostsee-Zeitung“ lebte 20 Jahre. Die Expedition dieser Zeitung be-fand sich in der Klinke (Straßenname).


1892: Schleswig-Holsteinische Volkszeitung

Die „Schleswig-Holsteinische Volkszeitung“, Parteiorgan der SPD, kam aus der Bergstraße, wurde mehrfach verboten, nahm aber immer wieder den Kampf für so-zialdemokratische Programme auf. Um einem sicheren Verbot zuvorzukommen, wurde die Zeitung Anfang 1933 an die National-Sozialistische Deutsche Arbeiterpar-tei (NSDAP) „verkauft“.

Sie erschien noch einmal in den Jahren 1946 bis 1966, wieder als Zeitung der SPD.


1894: Generalanzeiger Schleswig-Holstein

Der „Generalanzeiger Schleswig-Holstein“ empfahl sich im Untertitel als „Tageszei-tung für jedermann“. Das Blatt erreichte eine Auflage von 8.000 Exemplaren, die auf einer Acht-Seiten-Rotation in den ehemaligen Produktionsräumen des Kieler Tage-blattes in der Faulstraße gedruckt wurden. Bereits im ersten Erscheinungsjahr än-derte die Zeitung ihren Namen in „Kieler Neueste Nachrichten“, führte aber zunächst nach die alten Titel in der Unterzeile weiter.

Mit dem Wachsen der Auflage wurde bald ein Umzug in die Kehdenstraße notwen-dig, wo 1902 moderne Setzmaschinen und zwei Sechzehn-Seiten-Rotationen auf-gestellt wurden. Doch auch diese Räume wurden bald zu klein, und bereits 1905 musste der Verlag in das neue Gebäude in die Fleethörn umziehen. 1942 setzten kriegsbedingte Umstände dem Erscheinen der Kieler Neuesten Nachrichten ein En-de.


1909: Kieler Tagespost

Die „Kieler Tagespost“ war eine sehr kurzlebige Zeitung. Nach nur 158 Nummern musste der Konkurs angemeldet werden.


1931: Der Volkskampf

„Das deutsche Wochenblatt“, so der Untertitel des Volkskampfes, wurde von der NSDAP herausgegeben. Nach der Machtergreifung im Jahre 1933 ging es in der nationalsozialistischen Tagespresse auf.


1933: Nordische Rundschau

Die nationalsozialistische „Nordische Rundschau“ kam in der Bergstraße in den Räumen der früheren sozialdemokratischen „Volkszeitung“, deren Namen sie im Untertitel verwendete, heraus. Sie startete am 01.07.1933 und wurde hier bis zu ih-rem Ende 1942 gedruckt.


Nach der Kapitulation im Mai 1945 gab es in Kiel zunächst keine eigenen Zeitungen. Das „Kieler Nachrichten-Blatt/Kieler Kurier“, ein Organ der britischen Militärbehörden, wurde in Flensburg gedruckt und an die schleswig-holsteinische Bevölkerung kostenlos verteilt oder öffentlich ausgehängt.

In Kiel erschienen erst 1946 wieder folgende Zeitungen:


1946: Norddeutsches Echo

Die kommunistische Tageszeitung „Norddeutsches Echo“ stellte mit dem Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands im Jahre 1956 ihr Erscheinen ein.


1946: Schleswig-Holsteinische Volkszeitung

Die „Schleswig-Holsteinische Volkszeitung“, Organ der SPD, war die Nachfolgerin der sozialdemokratischen Tageszeitung gleichen Namens, die von 1892 bis 1933 erschien. Die neue „Volkszeitung“ stellte 1968 ihr Erscheinen endgültig ein.


1946: Kieler Nachrichten

Die „Kieler Nachrichten“ sind Nachfolger der Kieler Neuesten Nachrichten. Die erste Nummer der KN wurde am 03.04.1946 in der Fleethörn gedruckt. Sie erschien mit einem Grußwort des Oberpräsidenten der damaligen Provinz Schleswig-Holstein und der Ermunterung, Wegbereiter und Förderer der Demokratie in Deutschland zu sein.

Die „Kieler Nachrichten“ sind eine parteilich wie wirtschaftlich unabhängige Landes-zeitung für Schleswig-Holstein mit weit über 100.000 verkauften Exemplaren.


Die obige Tabelle ist kieler.info von den Kieler Nachrichten zur Verfügung gestellt worden. Vielen Dank.

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