Die Stadtentwicklung von 1850 - 1918

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Die Verwirklichung des Planes "Damperhofgelände" begann 1854. Nach der Verlegung der preußischen Marinestation von Danzig nach Kiel (1865) nimmt die Stadt einen ungeheuren Aufschwung. 1871 erfolgte die Erklärung Kiels zum Reichskriegshafen. Das Stadtgebiet wurde von 1.457 ha (1867) auf 4.375 ha (1910) erweitert (11.032 ha 1980). Bis 1871 entwickelt sich die Stadt völlig ungeordnet, sie wird je nach Bedarf vergrößert, um die Nachfrage an Bauland zu befriedigen.

 

Holsatiamühle Dietrichsdorf

Es wurde die Brunswik im Norden der Altstadt 1869 eingemeindet, dazu kamen die Wald- und Villengebiete in Düsternbrook und Düvelsbek. Die Eingemeindung der Wik erfolgte 1893, damit die Stadt einen direkten Zugang zu dem neuentstehenden Kaiser-Wilhelm-Kanal hatte (Kiel Kanal oder auch Nord-Ostsee-Kanal. Ein Vorläufer dieses Kanals war der 1784 von Christian VII von Dänemark erbaute nur 3,5 m tiefe und 31 m breite Eiderkanal. Link). (c) kieler.info

1900 und 1910 wurden große Gebiete auf dem Ostufer (Gaarden, Wellingdorf) zur Schaffung neuer Siedlungen eingemeindet. Der Altstadtbereich wandelte sich langsam zu einem Geschäftsbereich, die Wohnbevölkerung nahm in der Innenstadt ab.

Durch den Bau weiterer Eisenbahnverbindungen nach Lübeck und Eckernförde um 1900 wurde die Trennung des westlichen und östlichen Stadtteils verstärkt. Die Stadt, die sich bis dahin ziemlich stark in konzentrischen Kreisen entwickelt hatte, wurde nun einseitig nach Norden ausgebaut (Bau der Holtenauer Straße).

Wenn wir uns das topographische Bild des damaligen Kiel auf der Karte von 1853 vergegenwärtigen, so ergeben sich eigentlich nur zwei Teile, nämlich

  1. die ursprüngliche Altstadt zwischen dem Hafen, dem Schlossgarten und dem Kleinen Kiel, und
  2. durch einen Wasserarm an der Holstenbrücke getrennt, die seit dem 16. Jahrhundert langsam ausgebaute Vorstadt.

Die städtebauliche Entwicklung vollzieht sich während dieser Zeit in drei Stufen:

  1. Martensplan 1866 - 1869
    Die bisher ungeordnet verlaufende Stadtentwicklung sollte jetzt zusammengefasst werden, um der Stadt wieder "ein geordnetes Aussehen" zu geben. So plante Martens eine Ringstraße um die bisherige Stadt; von den Kaiflächen im Süden der Stadt bis etwa zur heutigen Straße nach Eckernförde wurde sie ausgeführt. Dadurch wurde für den Durchgangsverkehr eine Umgehung der bisherigen Ortsdurchfahrt angeboten. Die Ringstraße bildete keine Begrenzung, denn die Bebauung wucherte über sie hinaus. Dadurch wurde sogar die Stadtentwicklung in Richtung Süden/Südwesten gefördert.
  2. Bebauungsplan des Stadtbaurates Schweitzer 1882 - 1883
    Die Stadt wuchs sehr stark weiter. Es entstanden neue Siedlungs- und Wohngebiete auf dem Ostufer, an der Ringstraße, am Schreventeich und in der Wik. Durch den Plan von Schweitzer wurde die Stadt durch den Bau der Holtenauer Straße einseitig nach Norden entwickelt. Ansonsten wurde ohne Rücksicht auf die Struktur der Gesamtstadt wie früher verfahren, Baugebiete und Straßen wurden nach Bedarf angelegt.
  3. Stübbenplan 1901
    Für die Aufstellung eines neuen Städtebauplanes holte man Joseph Stübben aus Köln. Dieser Plan wurde nach den damals neuesten Erkenntnissen des Städtebaus aufgestellt und bildete bis zum 1. Weltkrieg die Grundlage. Stübben verknüpfte das Ost- und Westufer durch eine weitere Ringstraße (West- und Ostring) und die Gablenzbrücke. Die übrigen Straßen passten sich der Topographie an und wurden nicht mehr schachbrettartig angelegt. Er unterscheidet zwischen Haupt- und Nebenstraßen. Ring- und Ausfallstraßen wurden zu Geschäftsstraßen, alte Feldwege wurden zu Wohnstraßen. Freiflächen berücksichtigt er kaum in seiner Planung, Anlagen lässt er bestehen, wenige, Grünflächen legt er an.

 

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